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  • AutorenbildAnny Wu

WM in Antwerpen?!

Ich reise nach Belgien! Wie bitte?

Aufgrund eines Ausfalls bei der Schweizer Frauendelegation rückte ich als Reserveturnerin tatsächlich nach und werde in Antwerpen an den Weltmeisterschaften teilnehmen dürfen.


Nach dem Länderkampf in Heidelberg wusste ich, dass meine Saison vorbei ist. Doch ich musste trotzdem noch meine Wettkampfübungen turnen für den Fall des Falles.

Eine Vorbereitung als Reserveturnerin war für mich nichts Neues, denn dies war bereits zweimal vorher der Fall. Ich empfinde eigentlich nichts Schlechtes, als Reserveturnerin eine Vorbereitung zu turnen, denn ich verspüre dann weniger Druck und komme trotzdem in Wettkampfform. Meiner Meinung nach ist auch jede Grossanlassvorbereitung eine Erfahrung und man kann vieles mitnehmen.

Nachdem die Nachnomination definitiv war, veränderte sich mein Training stark. Ich kam irgendwie in den Stress und konnte nicht mehr befreit turnen. Grund waren sehr wahrscheinlich die Nerven, die kurz einen Aussetzer hatten...

Die Wochen darauf bis zur Abreise waren dann immer besser und besser.


Am 25.9.23 sind wir von Zürich nach Brüssel geflogen und von da dann nach Antwerpen gefahren. Danach hatten wir eine ganze Woche Training in den jeweiligen Trainingshallen.


Drei Tage vor dem Wettkampf war das Podiumstraining. An dem Tag sahen wir zum ersten Mal die Einturn- und Wettkampfhalle und durften unsere Übungen darin turnen. Dabei wird praktisch ein ganzer Wettkampf simuliert. Bei mir gab es hier und da einige kleine Fehler, doch die beunruhigten mich eher weniger und ich fühlte mich sicher für den Wettkampf.


Am 2.10.23 war der Tag. Da unser Wettkampf am Nachmittag war, bewegten wir uns etwas im Fitnessstudio und gingen später auch noch spazieren. Das half uns den Kopf zu lüften und nicht nur an den Wettkampf zu denken. Musik hilft mir dabei auch sehr, um kurz von dem jetzigen Moment zu fliehen. Es hilft mir auch sehr, mich aufzupumpen, um voller Energie zu sein.

Das Einturnen in der Einturnhalle verging gefühlt in Sekunden. Ich kann mich schlecht an das Einturnen erinnern, da man in diesen Momenten so im Fokus ist und der Körper beginnt sein Programm abzuspielen.

Wir starteten als Mixed Group, da wir Einzelturnerinnen waren. Lena und ich waren in der Gruppe mit zwei Philippinerinnen. Wir verstanden uns alle sehr gut und unterstützten uns im Laufe des Wettkampfs sehr, was sehr hilfreich war.

Der Boden war unser erstes Gerät. Alles verlief wie nach Plan und ich konnte eine gute Übung turnen.

Der Sprung war auch kein Problem.

Am Barren rutschte ich im kleinen Einturnen vom Barren weg, was im Moment etwas peinlich war (ups...). Es verunsicherte mich auch etwas. Doch ich redete mir gut zu, denn ich wusste, wie es richtig geht und mein Körper tut dies auch. Generell kann ich zufrieden sein, nicht den gleichen Fehler wiederholt zu haben und dass ich ohne Sturz durchgekommen bin. Doch in der Ausführung haderte es sehr. Einige Handstände waren etwas knapp und Beinfehler waren auch vorhanden. Aber okay, es ist gut gegangen.

Als Letztes wieder der Endgegner der Schwebebalken. Zu sagen, dass ich nicht nervös war, wäre eine grosse Lüge. Als letzte der Gruppe ans Gerät zu gehen, nachdem niemand aus der Gruppe gefallen ist, motivierte mich sehr auch nicht herunterfallen zu wollen. Ich wusste, dass ich ja nicht beginnen darf, die Übung schnell abzuspulen. Es war wichtig, dass ich Element für Element nehme und Schritt für Schritt meine Übung turne. Ich sagte mir, dass mich nicht stressen lassen werde, wenn kleinen Wackler passieren. Der Aufgang war sehr solide und sicher, dass ich ein gutes Gefühl auf dem Balken hatte. Auch die Akroserie war gut. Bei der Pirouette kam ich kurz aus dem Konzept und musste mehr kämpfen als erwartet. Dies zeigte sich auch beim nächsten Element, da musste ich einen grossen Wackler in Kauf nehmen. Der Rest der Übung war okay. Nach dem Abgang war ich erleichtert. Ich hab es geschafft! Keine Fehler an der Weltmeisterschaft!


Ich war nur glücklich und stolz auf unsere Leistungen der Schweizer Frauendelegation. Wir waren zwar nur drei Personen, die nach Antwerpen gereist sind, doch ich wusste, dass unsere Erfolge auch den Turnerinnen in Magglingen zugesprochen werden muss. Denn ohne die wäre es nicht möglich gewesen.

Danke für die Unterstützung!


Meine Übungen der Weltmeisterschaften:


Fotos: STV

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